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Lamspringe

Lamspringe - Informationen - Unternehmen 

Einwohner: 3.134 Fläche: 23,30 km² Postleitzahl: 31195 Kennzeichen: HI

 
Lamspringe ist ein Flecken und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lamspringe und liegt im Landkreis Hildesheim im südlichen Niedersachsen. Zum Ort gehört der Ortsteil „Glashütte“. Lamspringe ist staatlich anerkannter Erholungsort am Heber.

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Die Ortschaft Lamspringe liegt an der Quelle der Lamme zwischen den Höhenzügen Harplage im Nordosten, Heber im Südosten und dem Sackwald im Westen. Sie befindet sich im Städteviereck Alfeld–Bad Salzdetfurth–Bockenem–Bad Gandersheim.

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Großstädte unweit von Lamspringe sind: Hannover (50 km) und Hildesheim (30 km) im Norden sowie Göttingen (40 km) im Südosten. Eine weitere größere Stadt ist Goslar (30 km) im Osten.

Das erste Wappen schuf der Rat des Fleckens im 16. Jahrhundert. Es bestand aus einem springenden Lamm. Als das 1643 neu gegründete Kloster ebenfalls das Lamm als Wappentier führte, legte sich der Ort eine Hopfenranke als Symbol zu. Der Hopfenanbau war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in dieser Zeit. Seit 1938 besteht das Wappen des Fleckens aus einem roten Schild, auf dem ein weißes Lamm über eine grüne Wiese springt. In der rechten, oberen Ecke befindet sich eine goldene Hopfenfrucht.

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Ursprünglich nahm die Ortsgründung von Lamspringe ihren Anfang durch eine fränkische Missionsstation auf der einige Kilometer entfernt liegenden Erhebung Hohe Schanze, 327 m ü. NN, im Sackwald bei Winzenburg. Danach war die Ortsentwicklung unmittelbar mit der Gründung von Kloster Lamspringe verbunden. Das Kloster wurde erstmals urkundlich 872 als Nonnenkloster erwähnt, dem Bischof Altfrid von Hildesheim das Zehntrecht abtrat. Die Geschichte des Klosters und damit auch des Ortes schrieb ein Pater des Klosters 1696 anhand von Originalurkunden nieder, die heute nicht mehr vorhanden sind.

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Einer im 16. Jahrhundert gebildeten Gründungssage zufolge wurde das Kloster 847 als Frauenkloster in Lamspringe durch Graf Ricdag, einem sächsischen Adligen aus der Familie der Immedinger, an der Quelle der Lamme und seiner Frau Imhildis gegründet. Ihre einzige Tochter Ricburga wurde als erste Äbtissin eingesetzt; an der Gründung beteiligt war Bischof Altfried von Hildesheim, der Neffe des Stifters. Der Gründungssage nach unternahm das Stifterehepaar Ricdag eine Wallfahrt nach Rom und erhielt von Papst Sergius II. (844-847) die Gebeine des Märtyrers St. Hadrian.

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Günstige Siedlungsvoraussetzungen für Ort und Kloster Lamspringe herrschten durch die Lage westlich des Harz zwischen den schützenden Höhenzügen Harplage Heber und Harlath. Außerdem gab es in der Nähe einen Pass, durch den eine alte Heer- und Handelsstraße führte. Die Besiedlung unterstützen Wasser- und Steinvorkommen. Die spätere Ackerbürgerstadt Lamspringe verdankt seine Entwicklung dem Kloster, das zahlreiche Arbeitskräfte als Tagelöhner, Knechte, Handwerker und Klosterdiener benötigte. Die Siedlung profitierte vom Aufschwung des Klosters, das bis ins 14. Jahrhundert das reichste Kloster des Bistums Hildesheim war und über die Jahrhunderte fast immer ein gut gehender Wirtschaftsbetrieb. Lamspringe wurde ein Zentrum des Umschlaghandels und der Brauereiwesens. Diese Aufwärtsentwicklung setzte sich auch nach der Auflösung des Klosters 1803 fort.

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Während der Hildesheimer Stiftsfehde zwischen 1519 und 1523 zwischen dem Hochstift Hildesheim und dem Herzogtum Braunschweig wurde Lamspringe niedergebrannt und das Kloster geplündert. Seitdem gehörte Lamspringe für gut hundert Jahre zum welfischen Herrschaftsbereich. Im Schmalkaldischen Krieg kam es 1552 zu einem Überfall durch den Söldnerführer Vollrad von Mansfeld, dessen Landsknechte auch Nonnen schändeten. Der Dreißigjährige Krieg traf Lamspringe hart. Nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge 1626 plünderten Söldnertruppen den Ort und brannten erneut dutzende Häuser nieder. Nach dem Krieg befand sich das Klosteranlage in einem katastrophalem baulichen Zustand.

Das Kloster wurde bei der Gründung und auch in späteren Jahrhunderten reich mit Besitz durch Schenkungen ausgestattet. Im 12. Jahrhundert gehörten zum klösterlichen Besitz 10 Mühlen und Zehntrechte in 17 Orten. Die Besitzungen reichten von Seesen bis nach Braunschweig und ins Schaumburger Land. Der Besitzschwerpunkt lag östlich von Lamspringe und im Ambergau. Das Kanonissenkloster erlebte im 12. und 13. Jahrhundert mit etwa 180 Nonnen seine Blütezeit. Zu dieser Entwicklung trugen auch im Jahr 1190 Konrad von Westerhof und 1230 Graf Wedekind von Poppenburg bei, indem sie dem Kloster Güter in Elze übertrugen.

1643 wurde das seit 1568 protestantisch gewesene Lamspringe mit seinem Kloster nach dem Rezess von Goslar wieder an das Stift Hildesheim und wurde erneut katholisch. Der Hildesheimer Bischof englische, „schwarze“ Benediktinermönche, die aus England vertrieben worden waren. Die Mönche das Kloster belebten die Einrichtung wirtschaftlich und geistlich. Sie errichteten ab 1670 in 21 Jahren die dreischiffige Hallenkirche St. Hadrian und St. Dionysius. 1730 folgte der Neubau des, für damalige Verhältnisse überdimensionierten, Abteigebäudes mit 95 m langer Frontfassade. 1803 wurde das Kloster aufgelöst und in eine königliche Domäne umgewandelt. Die voluminösen, steinernen Gebäude der früheren Klosteranlage wirken auch heute noch beeindruckend.

1902 wurde Lamspringe an die Bahnlinie Kreiensen - Hildesheim angeschlossen, wodurch sich weitere Industriebetriebe ansiedelten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Lamspringer Betriebe zunehmend unter dem nun weggefallenen Markt im Osten Deutschlands zu leiden. Die Einwohnerzahl sank zwischenzeitlich auf unter 3.000. Trotz der Stilllegung der Bahnstrecke in den 80er Jahren begann sich die Wirtschaft mit der Wiedervereinigung zu erholen. Mehrere Betriebe der Metall- und Verpackungsindustrie siedelten sich in Lamspringe an. Die zentrale Lage zwischen A7 und B3 sowie die Nähe zur B64 spielten hierbei eine wichtige Rolle.

Rund 4 km östlich von Lamspringe an der Landesstraße L 466 nach Rhüden liegt der Ortsteil "Glashütte". Er befindet sich im Tal des Schlörbachs innerhalb des weitläufigen Waldgebiets des Klosterforst Westerhof, der an den Höhenzug Heber angrenzt. Hier gründete inmitten klösterlicher Wälder das Kloster Lamspringe 1791 die namensgebende Waldglashütte. Produkte der Glashütte waren hochwertige Glaswaren, die sogar in Übersee begehrt gewesen sein sollen. Wahrscheinlich wurden weiße Sande aus dem ca. 10 km entfernten Bornhausen verschmolzen. 1883 entstanden um die Hütte 13 Wohnhäuser für 80 Arbeiter. 1914 schloss die Glashütte. Heute hat der Ortsteil rund 80 Einwohner und ist eine kleine Siedlung, in der wegen der idyllischen Lage etliche Ferienhäuser bestehen.

1951 wurde in Lamspringe das Jubiläum von 1100 Jahren der Gründung des Klosters begangen. Es gab eine einwöchige Festveranstaltung, die unter großer Beteiligung der Bevölkerung stattfand. Die Feier war wegen der schwierigen Nachkriegszeit um 4 Jahre verschoben worden. Aus Anlass des Jubiläums verfasste ein ortsansässiger Apotheker 1951 ein "Lamspringe Lied" mit fünf Strophen.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lamspringe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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